Reise Italien - Sommer Reisenotizen … Italien 2005 bis 2006
San Miniato

liegt auf einer Höhe von 140 m über dem Meeresspiegel nahe dem Arno. Die Stadt ist vor allem für ihre Lederfabrikation berühmt und hat sich ihr mittelalterliches Aussehen bewahrt. Dieses Städtchen aus dem 8. Jahrhundert wurde im Mittelalter Sitz der kaiserlichen Vikare, weshalb es noch heute mit dem Beinamen "zum Deutschen" verbunden wird. Persönlichkeiten wie Barbarossa und Friedrich II. ließen von hier aus weite Teile der Toskana regieren und haben dem Ort Glanz verliehen. Heute noch gibt es einige architektonische Zeugnisse jener Zeit, während in der lokalen Küche der Trüffel eine herausragende Rolle einnimmt.

Geschichte

San Miniato fand als Siedlung erstmals 936 Erwähnung, als der Bischof von Lucca dem Adalberto dei Lombardi von Corvaia die hiesige Burg und Kirche übergab, die bereits im Jahr 783 dokumentiert waren. Die Burg war in der Nähe von San Genesio, das in der Ebene lag, errichtet worden, um die wichtige Straßenkreuzung der Via Francigena und der Römerstraße von Florenz nach Pisa zu überwachen.

Aufgrund dieser strategischen Bedeutung wurde San Miniato von Kaiser Friedrich Barbarossa befestigt, der den Ort darüber hinaus dann zum Zentrum für die kaiserlichen Finanzen der gesamten Toskana machte. Am Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Stadt dann in zwei Bereiche aufgeteilt: die „Incastellatura“, die kaiserliche Burg, und das „Castrum“, die zivile Stadt am Fuß der Burg mit ihren Händlern, Handwerkern und Bauern.

San Miniatos Bedeutung erreichte im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als Kaiser Friedrich II. ihr zahlreiche Privilegien verlieh, die Stadt aber auch aus militärischen Gründen völlig umbauen ließ und sie schließlich dem kaiserlichen Vikar der Toskana als Amtssitz zuwies. Der Aufstieg San Miniatos fällt mit dem Abstieg San Genesios zusammen, das erst seine Aufgabe auf Pfarrbezirk verlor und 1248 schließlich ganz zerstört wurde.Nach dem Ende der Stauferherrschaft und Jahren der Bedrohung durch den Krieg zwischen Siena und Florenz um die Vorherrschaft in der Toskana, begab sich San Miniato 1347 unter die Oberherrschaft von Florenz und wurde 1370 der Sitz des florentinischen Vikars des unteren Valdarno.San Miniato ist auch als Stammort der Familie Bonaparte denkwürdig.

In Florenz gibt es übrigens die Basilika

San Miniato al Monte

die auf einem der höchsten Punkte in Florenz steht und als die feinste Romanische Architektur in der Toskana und eine der schönsten Kirchen in Italiens gilt. Sie gilt neben dem vermutlich zeitgleich erbauten Baptisterium San Giovanni zu einem typischen Werk des Inkrustationsstils (also der Verkleidung der Fassade mit Marmor), der Florentiner Protorenaissance. Die Verkleidung wurde mit weißem Carrara-Marmor und dunkelgrünem Serpentin aus Prato ausgeführt. Der Legende nach entstand die Kirche an dem Ort, an dem der Märtyrer, der heilige Minias, starb, nachdem er unter Kaiser Decius im Jahre 250 am Arno enthauptet wurde und mit dem Kopf unter dem Arm den Hügel hinauflief. Der heilige Minias war Florenz erster Märtyrer, möglicherweise ein griechischer Kaufmann oder ein armenischer Prinz, der seine Heimat verließ, um eine Pilgerreise nach Rom zu machen. Er kam ungefähr um 250 in Florenz an und lebte dort als Eremit. Später wurde auf dem Hügel, auf dem er starb, ein Schrein errichtet, und es gab dort bis zum dem 8. Jahrhundert eine Kapelle. Der Bau der heutigen Kirche wurde 1013 vom Bischof Alibrando begonnen. Zunächst war die Kirche ein Benediktinerkloster, dann cluniazensisch und seit 1373 wird die Kirche bis heute von Olivetanischen Mönchen betrieben. Die Mönche produzieren bei Feinschmeckern berühmte alkoholische Getränke, Honig und Kräutertees, die sie in einem Geschäft nahe bei der Kirche verkaufen.

Sehenswürdigkeiten

In der prächtigen Altstadt findet sich die Kirche Ss. Annunziata, der Palazzo Grifoni aus dem 16. Jh. (erbaut von Baccio d’Agnolo) und die Kirche S. Domenico. In einer der Kapellen kann man ein Fragment eines Freskos von Masolino da Panicale besichtigen. Die bekannteste Sehenswürdigkeit San Miniatos ist der "Turm Friedrichs II." (Torre di Federico II), der einzige größere Rest der ansonsten bis auf die Grundmauern abgerissenen Burg, der San Miniato schon von weitem ein unverwechselbare Stadtansicht beschert. Dieser Turm wurde 1944 von deutschen Soldaten gesprengt und nach dem Krieg in seiner alten Form wieder aufgebaut. Sehenswert auch die Kathedrale San Miniatos mit zahlreichen Skulpturen. In ihrer Sakristei befindet sich heute ein Museum mit sakraler Kunst.

Unter Verwendung von

http://de.wikipedia.org/wiki/San_Miniato
http://de.wikipedia.org/wiki/San_Miniato_al_Monte

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