Massa Carrara

Die Provinz Massa-Carrara (italien. Provincia di Massa-Carrara) ist eine italienische Provinz der Region Toskana. Hauptstadt ist Massa. Sie hat rund 201.000 Einwohner in 17 Gemeinden auf einer Fläche von 1.156 km. Die Provinz ist die nördlichste der Toskana und grenzt im Westen an das Tyrrhenische Meer und an Ligurien (Provinz La Spezia), im Norden an Emilia-Romagna (Provinz Parma und Provinz Reggio Emilia) und im Osten an die Provinz Lucca. Ihr Name stammt von den beiden größten Städten der Provinz, Massa und Carrara. Die Küste mit Marina di Massa und Marina di Carrara lebt hauptsächlich vom Tourismus, während die beiden Provinzhauptstädte vom Marmorabbau leben.

Massa

der Hauptort der Provinz, befindet sich etwa 8 km von Carrara entfernt und ist in zwei Teile geteilt: Massa Vecchia (Alt-Massa) und Massa Nuova (Neu-Massa). Der Ort wurde zum ersten Male in Dokumenten aus dem 1. Jahrhundert erwähnt. Der Stadthügel (380 m) liegt in einem seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelten Gebiet. Die Mineralienschätze der Colline Metallifere, Kupfer, Eisen, Silber, Alaun, wurden bereits von den Etruskern und Römern abgebaut. Der Ortsname Massa ist römischen Ursprungs, er bezeichnet ein größeres Landgut. Seit dem 14. Jh. fügte man die Bezeichnung Marittima (Synonym zu Maremma, Küstengebiet) hinzu.

Die belegbare Geschichte der mittelalterlichen Stadt begann um das Jahr 835. Griechische Seeräuber hatten die alte Bischofsstadt Populonia zerstört. Der Bischof floh - über Umwege - nach Massa, um auf diesem von der Küste weiter entfernten Hügel Schutz vor Plünderern und der Malaria zu finden. Seine Residenz bezog er zunächst im Castello di Monte Regio an der Stelle des heutigen Hospitals in der Oberstadt, der sogenannten Città Nuova. Den Dom hingegen ließ er auf einem tiefergelegenen Absatz errichten. Diesen Teil der Stadt nennt man Città Vecchia, die alte Stadt: Sie wurde vorwiegend im 11., 12. und 13. Jh. erbaut, während die Città Nuova durch die drei folgenden Jahrhunderte geprägt wurde. Massa wird relativ spät, im Jahre 1228, freie Kommune. Die Bewohner hatten - wie die Volterraner und Aretiner - mit dem Bischof um ihre Rechte zu kämpfen. Die Stadt war zu klein, um sich gegen die Großmächte zu behaupten: Massa wird zunächst von Pisa, nach dessen Niederlage bei Meloria (1284) von Siena umkämpft, um 1365 der sienesischen Republik eingegliedert zu werden. Siena erbaute in der Oberstadt eine Festung und eine noch weitgehend erhaltene Stadtmauer. Als Sohn der sienesischen Familie Albizeschi wird hier 1380 der Franziskanerheilige Bernhardin geboren. Mit Siena wird Massa Marittima 1555-59 dem Herzogtum Toscana eingegliedert. Ein Jahrhundert später wurde die erste Rocca (dt. Festung) und somit Massa Vecchia errichtet. Wie auch Carrara war Massa ständig Streitmotiv zwischen Lucca, Florenz, Pisa und Mailand. Im 15. Jahrhundert kamen, wie auch im nahegelegenen Carrara, die Cybo Malaspina an die Macht. Sie ließen Massa Nuova auf einem Hügel errichten. 1796 besetzten die Truppen Napoleons die Stadt. Im Jahre 1806 ging die Stadt an das Großherzogtum Lucca von Elisa Baciocchi, Schwester Napoleons, über. Sehenswert der Palazzo Cybo Malaspina, heute Sitz des Gerichts, das Schloß der Malaspina sowie der Dom mit seiner Marmorfassade.

Die alte Stadtmauer von Massa Marittima aus dem 13. Jahrhundert schloss den unteren Teil der Stadt vollkommen ein. Sie war wesentlich größer als die heutige und umfasste auch die Kirchen San Rocco und San Francesco, die nach dem Bau des sienesischen Mauergürtels außerhalb des Stadtareals lagen. Die kurz nach der Eroberung der Stadt im 14. Jahrhundert errichtete sienesische Mauer war mit dem bestehenden Ring und der Torre del Candeliere durch einen mächtigen Bogen verbunden. EInige Stadttore sind erhalten: Porta dell'Arialla, Porta San Rocco, Porta di San Bernardino, Porta alle Silici, Porta delle Formiche oder Porta del Teatro, Porta di San Francesco und Porta Eleonora. Der alles beherrschende Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den besten Beispielen der italienischen Sakralbaukunst. Das erste romanische Kirchengebäude geht auf das 12. Jahrhundert zurück. 1287 wurde die Apsispartie im Stil der aufkommenden Gotik erweitert, und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert fügte man die beiden Seitenkapellen an. Der gewölbte dreischiffige Innenraum ruht auf hohen Säulen. Die romanische Fassade trägt eine Bekrönung mit später hinzugefügten gotischen Fialen.

Im 20. Jh. Hingegen tauchten - trotz der Trockenlegung der Sümpfe (ab 1930 durch das faschistische Regime) - erneut Entvölkerungstendenzen auf: Die Stadt wurde im 2 Weltkrieg (durch den Bergbau als kriegswichtig eingeschätzt) stark bombardiert, nach dem Krieg wurden die Minen stillgelegt.

Carrara

gilt weltweit als Synonym für Marmor und liegt etwa 8 km vom Meer entfernt, in östlicher Lage, von den Apuanischen Alpen im Hintergrund eingerahmt. Der Name Carrara stammt aus dem Römischen Kar, was Stein bedeutet. Der durch Carrara fließende Fluß Carraione hat oftmals eine weiße, milchige Farbe, die von der Marmorindustrie herrührt.Mit der Gründung der Stadt Luni seitens der Römer im 2. Jh.v.Chr., von dem auch der Name Lunigiana stammt, wurde damit begonnen, den Marmor abzubauen. Der Marmor wurde von den Sklaven in der Gebirgskette, hinter der Stadt, abgebaut. Seit 70 v.Chr. hatte man mit dem Handel dieses wertvollen Kalksteines begonnen. Er wurde für den Bau der wichtigsten Monumente in Rom genutzt. Nach dem Verfall von Luni, im 1. Jh.n.Chr. entstanden Sarzana und Carrara. Im Laufe der Jahrhunderte stand Carrara unter zahlreichen Herrschern, darunter auch die Pisaner. Im Mittelalter war es ständiger Streitgrund zwischen Genua, Milano und dem nahen Lucca. Im 15. Jahrhundert nahm schließlich die einflußreiche Herrscherfamilie Cybo Malaspina sowohl in Carrara als auch in Massa die Herrscherzügel in die Hand. Sehenswert sind die nahegelegenen Marmorsteinbrüche (Colonnata, Fantiscritti und Ravaccione) sowie der Dom mit der Marmorfassade, mit dessen Bau im 11. Jahrhundert begonnen - der jedoch erst drei Jahrhunderte später fertiggestellt wurde.

In Verbindung mit dem benachbarten Herzogtum Massa wurde Carrara seit 1663 als Fürstentum von Monarchen der norditalienischen Dynastie Cibo-Malaspina regiert. Im Palazzo der Herrscherfamilie Cybo Malaspina (16. Jh.) befindet sich heute übrigens der Sitz der Accademia di Belle Arti (1769 gegründet). Seitdem ist sie Schulungszentrum für Künstler. Der letzte Spross des Hauses, Herzogin Maria Theresa (1731-1790), ehelichte den letzten Herzog von Modena aus dem Hause Este, Herkules III. Sie regierte ihre eigenen Staaten jedoch selbständig weiter und vererbte diese 1790 der gemeinsamen Tochter Maria Beatrix, die mit einem österreichischen Erzherzog verheiratet war.

1797 wurden auch Massa und Carrara vom in Norditalien eindringenden revolutionären Frankreich besetzt und nacheinander Teile der französischen Vasallenstaaten Cisalpinische Republik, Italienische Republik und Königreich Italien. 1806 restaurierte der französische Kaiser Napoleon I die Monarchie in Massa und Carrara und setzte dort seinen Schwager Felix Bacchiocchi, seit 1805 schon Herzog von Lucca, zum neuen Herrscher ein. Nach dem Sturz Napoleons wurde 1814 unter österreichischem Schutz die Este-Herrschaft in Massa-Carrara wiederhergestellt. Mit dem Tode der Herzogin Maria Beatrix 1829 erbte deren Sohn, Herzog Franz IV. von Modena, Erzherzog von Österreich-Este, die Kleinstaaten Massa und Carrara, die seither bis 1859 im modenesischen Staatenverband verblieben und die sich 1859/61 nach dem Sturz des Hauses Österreich-Este erst an Sardinien, dann an den neuen Einheitsstaat Italien anschlossen.

Der Marmor

Carrara-Marmor ist eine der bekanntesten Marmorarten weltweit. Die Steinbrüche Carraras wurden vor ca. 2000 Jahren, zur Zeit des Augustus, entdeckt. Carrara-Marmor wird in über hundert Steinbrüchen im Raum Carrara abgebaut. Die hellen Sorten sind aufgrund ihrer Seltenheit die begehrtesten und die teuersten. Der echte Marmor von Carrara ist der Bianco di Carrara, den bereits Michelangelo für seine Statuen nutzte. Andere Marmorarten besitzen Marmoräderungen in verschiedenen Farben, die von den Mineralsalzen im Kalk abhängen, so etwa der Bianco Chiaro Ordinario, der Bianco Porcellano, der Bardiglio, der Paonazzo, der Fior di Pesca (Pfirsichblüte), der Verde Cipollino Apuano (Zwiebelmarmor) sowie der Arancione Breccia Medicea.

Unter Verwendung von

http://de.wikipedia.org/wiki/
http://www.toskana.net/guida/toskana/massa1.htm

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