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Ich verbrachte eine sehr schöne und unbeschwerte Kindheit die ich in vollen Zügen genoss. Doch ab dem Eintritt der Pubertät (als ich ca. 13 Jahre alt war) veränderte sich für mich einiges. Ich wusste nicht so recht, wo ich hingehöre. Ich wollte auf keinem Fall mehr als „Kind“ bezeichnet werden jedoch war ich noch weit weg von dem Dasein eines Erwachsenen. Was war ich nun? Ein Teenager was ist das eigentlich? Ich empfand die Pubertät als eine sehr schwierige Zeit.
Ich machte es mir zur Aufgabe, meine Eltern und Lehrer als „Feinde“ zu sehen und wollte einfach nur cool sein und möglichst schnell erwachsen werden um auch endlich dazuzugehören und uneingeschränkt handeln zu können ohne ständig hören zu müssen: „Das darfst du noch nicht, dazu bist du noch zu jung!“.
Da ich nach der Pflichtschule absolut keine Ahnung hatte, wie mein Leben weitergehen sollte, entschieden meine Eltern für mich denn für sie stand fest, dass ich auf jeden Fall die Matura benötige. Darum besuchte ich die Handelsakademie. An der Schule und dem Lernen hatte ich kaum Interesse und strengte mich immer nur gerade so viel an um in die nächst höhere Klasse aufsteigen zu können. Wichtiger waren für mich meine Freunde und der Prozess des Erwachsenwerdens. Ich hatte viele Freundinnen in der HAK jedoch nicht immer die Gleichen, da es an der Tagesordnung stand, dass man sich wegen Kleinigkeiten zerstritt. Mein Kampf galt zu diesem Zeitpunkt aber immer noch den Eltern und den Lehrern und alles was sie sagten war mit Sicherheit uncool und ich wollte immer genau der gegenteiligen Meinung sein.
Am meisten ärgerten mich in dieser Zeit die Vorschriften und Regeln meiner Eltern da ich eine strenge Erziehung genoss und erst ab dem 16. bzw. 17. Lebensjahr abends ausgehen durfte. Auch gab es ständige Diskussionen über meine schulischen Leistungen, da meine Eltern genau wussten, dass ich nur aus Faulheit und Desinteresse schlechte Noten schrieb und nicht etwa, weil mir das geistige Potential fehlte.
Mein Interesse galt vor allem den sozialen Beziehungen zu meinen Freundinnen und Klassenkameraden aber auch den Männern (bzw. Burschen), der passenden modernen Kleidung, der sozialen Stellung, der Pop-Musik und deren Stars, dem neuesten Tratsch aus dem Umfeld aber auch aus dem Fernsehen und allerhand anderer Sachen die nicht das Geringste mit der Schule zu tun hatten. Auch meine Werte und Interessen änderten sich ständig und je nach Lust und Laune bzw. je nach „Mode“.
Ich war außerdem extrem schüchtern und teilweise sogar verschreckt da ich sehr behütet aufwuchs und dadurch mit manchen Situationen des täglichen Lebens nicht immer auf Anhieb klar kam und mich deshalb oft zu Hause verkroch. In diesen Momenten half es mir sehr, dass ich Tagebuch schrieb und so all meinen Gedanken, Wünschen und Ängsten Ausdruck verleihen konnte.
Zu meiner Schwester entwickelte ich in der Pubertät ein sehr inniges Verhältnis. Da sie elf Jahre älter ist als ich, sah ich sie immer schon als Vorbild. Als ich dann endlich mit 16 Jahren abends ausgehen durfte, ging sie öfters als „Aufpasserin“ mit, stand aber natürlich auf meiner Seite und wir hatten sehr viel Spaß gemeinsam und verbündeten uns sozusagen gegen unsere Eltern. Als ich 18 Jahre alt war, ging meine Schwester für einige Zeit für ins Ausland und unser Kontakt wurde zunehmend weniger. In dieser Zeit klammerte ich mich an meinen damaligen Freund und verbrachte den Großteil meiner Freizeit mit ihm. Auch die Pubertät war nun überstanden und ich entwickelte immer mehr eigene Meinungen und Ansichten, denen ich letztendlich auch treu blieb und mich nicht mehr nach anderen Leuten richtete, nur um cool zu sein oder um der Gesellschaft zu entsprechen.
Alles in Allem hatte ich eine sehr schöne Kindheit und auch die Jugendzeit war ein wichtiger und lehrreicher Lebensabschnitt für mich der mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Jedoch bin ich sehr froh, dass ich kein Teenager mehr bin und genieße nun das Leben als Erwachsene aber auch das Leben als Studentin in dem ich mich sehr wohl fühle.